Risør, Mandal und eine Schubkarre voller Geschichten
Dieser kurze Abschnitt unserer Reise entpuppte sich als kleines Paket voller Begegnungen, Wetterlaunen und unerwarteter Anekdoten, die sich offenbar selbst schreiben wollten. Einmal mehr zeigte uns Norwegen, dass es nicht nur mit seiner Landschaft glänzt, sondern auch mit Menschen und Momenten, die einen unterwegs schmunzeln lassen – ob man will oder nicht.
Risør empfing uns warm, das Wetter weniger

Von Skien aus war es nur ein Katzensprung nach Risør. Unsere Freundin und ihre Gastgeber in Risør empfingen uns unglaublich herzlich – und die nächsten Angelausflüge waren quasi schon gesichert. Chị Kha lag es sehr am Herzen, dass ihr lieber Steinar, der auch nicht mehr der Jüngste ist, nicht alleine loszog, sondern jemand dabei wäre. Zwei Mal hatten wir die Gelegenheit, mit dem Boot rauszufahren. Ein paar Fische gingen zwar an den Haken, aber meine landrattige Seekrankheit und ein unangekündigter Regenschauer inklusive Windböen verhinderten dieses Mal die klassischen Fangfotos. Das Wetter spielte weiterhin jede Stimmungslage innerhalb weniger Stunden durch.

Während ich mit Steinar auf dem Wasser unterwegs war, verbrachten die Frauen einen Tag im malerischen Städtchen Risør. Und wirklich: Dieser Ort lohnt einen Besuch.

Falls du mal ein paar Tage hier in der Gegend verbringen möchtest, können wir dir die Unterkunft bei Steinar und chị Kha nur empfehlen, die du über booking.com buchen kannst. Direkt an einem See gelegen kannst du hier fußläufig sowohl im Salz- als auch im Süßwasser angeln, und die gesamte Umgebung versprüht eine charmante, entspannte Atmosphäre. Auch der Ort Risør selbst ist nicht weit entfernt. Hier geht's zum Angebot auf booking.com
Nach zwei wunderbaren Abenden voller Gespräche und herzlicher Gastfreundschaft packten wir wieder zusammen – das nächste Ziel: Mandal.
Wenn das Wetter nicht mitspielt – Plan B: ein günstiges Airbnb

Das Wetter zeigte sich weiterhin von seiner launischen Seite. Also entschieden wir: Wir suchen uns ein günstiges Airbnb – was in Norwegen leichter gesagt als getan ist. Und hier zeigt sich wieder, warum ein Dachzelt auch dann Gold wert ist, wenn man nicht darin schläft: Man bringt sein eigenes kleines „Backup-System“ mit. Keine Toilette? Egal. Keine Küche? Haben wir. Kein Strom? Auch dafür sind wir gerüstet. Alles, was wir wirklich brauchten, war ein Dach über dem Kopf.
Die Auswahl in Mandal war allerdings überschaubar: genau zwei Unterkünfte in unserem Budget. Unterkunft 1: nahe an einer Hauptstraße und im selben Haus wie der Vermieter. Unterkunft 2: eine einfache Fischerhütte direkt am Wasser, ohne Toilette und ohne Küche – dafür mit Charme und perfekt passend zu unserem „weg von der Zivilisation“-Modus.

Wir kannten die vorgelagerte Insel Skjernøya bereits von früheren Angelausflügen und wussten daher, dass uns dort eine richtig schöne Szenerie erwarten würde. Also buchten wir die Hütte – und ahnten nicht, dass uns dadurch ein weiteres kleines Abenteuer bevorstand.
Ein Vermieter, eine Fußgängerbrücke und drei Schubkarrengänge später …
Kurz nach der Buchung meldete sich der Vermieter: Er sei völlig unvorbereitet auf spontane Gäste und wisse nicht, ob er es noch schafft, die Betten frisch beziehen zu lassen, da er selbst gerade nicht vor Ort sei. Wir könnten auch gerne kostenfrei stornieren. Doch kein Problem für uns – im Zweifel könnten wir ja unser eigenes Bettzeug aus dem Dachzelt verwenden.

„Parken auf dem Grundstück“ stand ebenfalls in der Anzeige. Dann wäre es ja kein Problem gewesen, einfach unser komplettes Setup zu nutzen, um die Dinge auszugleichen, die in der Hütte fehlten. Also folgten wir der Navigation zu dem exakten Google-Maps-Punkt der Unterkunft. Plötzlich endete unser Weg jedoch vor einer wackeligen Fußgängerbrücke, über die definitiv kein Auto fahren konnte. Warum Google meinte, das ginge – ein Rätsel für die Ewigkeit.

Wir schickten dem Vermieter ein Bild der Brücke und fragten, wie wir denn nun zum „Parkplatz am Haus“ kommen würden. Die Antwort: eine alternative Parkmöglichkeit, rund 200 Meter entfernt von der Brücke. Dass wir einiges an Gepäck hatten, erwähnten wir – doch statt einer Erklärung zum angekündigten Parkplatz kam nur der charmant-pragmatische Tipp: „Dort steht eine Schubkarre, die könnt ihr nehmen!“

Also wurde aus unserem "Check-in" ein kleines "Work-out". Drei Schubkarrengänge über die schwankende Hängebrücke und einen hügeligen Pfad später hatten wir alles in die Hütte gebracht – zumindest im einzigen regenfreien Moment des Tages.
Rau, schön, typisch norwegisch

Die Hütte selbst lag traumhaft: Wasser direkt unter dem Fenster, absolute Ruhe, Natur pur. Ganz in der Nähe fanden wir sogar einen neuen, erfolgreichen Angelspot, den wir gerne dem Revierbericht über den uns bereits bekannten Spot an der Südküste der Insel hinzufügten (Link zum Revierbericht). Auch über ein paar gute Spots im Norden der Insel hatten wir ja bereits schon in der Vergangenheit berichtet (Link zum Revierbericht). Diese ließen wir allerdings aus, um uns auf die fußläufigen Möglichkeiten zu konzentrieren.

Wir machten es uns mit unserem eigenen Bettzeug gemütlich und waren dankbar für unsere vielseitige LED-Lampe von CAMPWERK, die wir in der Hütte einfach an der Decke befestigen konnten und die uns dort hervorragende Dienste leistete. Ebenso freuten wir uns zunächst über das versprochene öffentliche Toilettenhäuschen direkt in der Nähe – sauber, mit Waschbecken, perfekt. Bis es nach dem Wochenende plötzlich abgeschlossen wurde. Ein Glück, dass wir unsere Reisetoilette dabeihatten.

Als Nächstes stellte sich die Frage: Wohin mit dem Müll? Die Antwort des Vermieters: „Bei der Kapelle.“ Nur – welche Kapelle? Es stellte sich heraus: die einzige auf der Insel, rund 1,5km entfernt. Wir reduzierten unsere Müllgänge also auf das absolut notwendige Minimum.
Früher hätte uns so etwas vermutlich nur genervt. Diesmal aber, im Kontext des Reisebloggens, fanden wir es einfach amüsant und inspirierend. Alles wirkte wie eine kleine, typisch norwegische Abenteuergeschichte, die sich perfekt in unseren Reisebericht einfügt.
Gespannt, wie es weitergeht? Hier geht's zur finalen Etappe unserer "Angeln mit Dachzelt"-Tour 2025, auf der auch unser Dachzelt nochmal zum Einsatz kommen sollte - rund und um Lyngdal.



